Semesterschwerpunkt SS 2019: Der Kosmos der Perversion – Perversion 2.0

Wir nehmen uns das Recht zu Geniessen und verweilen ein weiteres Semester beim Schwerpunkthema «Perversion».

Jedoch gleiten wir weiter im Kosmos unserer aller Perversionen und stellen uns folgende Fragen: Was ist Perversion? In welchem Verhältnis stehen Wille zum Geniessen, Phallus, Ödipuskomplex, Verleugnung, Begehren, Trieb und Triebschicksal, Moral und Gesetz zur Perversion? Was ist der Unterschied zwischen perverser Struktur und perversen Handlungen? Welche klinischen Implikationen ergeben sich aus der lacanschen Klinik, welche zwischen Struktur und Handlung differenziert?
Entwickelt sich aufgrund der veränderten Vaterfunktion unsere Gesellschaft in Richtung einer Perversion?

Dominik Finkelde untersucht, inwiefern Phantasien Aporien innerhalb ideologischer Strukturen verwischen können und analysiert die Möglichkeiten eines perversen Genießens der Politik auch im Namen der scheinbar ehrenwertesten Ziele.

Rolf Nemitz vergleicht und kommentiert in einem Vortrag und Seminar Focaults Analyse zu Velásquez „Las Meninas“ mit der von Lacan aus dem Seminar 13.

Peter Widmer und Robert Langnickel führen im Rahmen des 5-tägigen Lacan Seminar on tour durch den Text ‚Die Bedeutung des Phallus‘. Der Kurs findet in Neapel statt.

Den Begriff der Perversion bei Freud nimmt Volker Hartmann zum Gegenstand in seinem Vortrag und Seminar. Wir lesen Freuds Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie‘ (Kathryn Buhr und Silke Lengler) weiter.

Eine Filmbesprechung ist Vldeodrome (1983) von David Cronenberg gewidmet (Dieter Sträuli und Franz Derendinger). Der Film verknüpft die Themen Perversion, Psychose und Medialität.

Ausserhalb des Themenschwerpunkts:

Max Kleinert präsentiert und kommentiert seine Übersetzung von Lacans Text ‚L’Etourdlt‘ – ein work in progress.

Die Lektüregruppen zu Lacans Seminaren 20, ‚Encore‘ (Henry Hunziker und Derek Stierli) und Seminar 7, Die Ethik der Psychoanalyse‘ (Dieter Sträuli) werden fortgesetzt. Neu hinzugekommen ist eine Gruppe für Lacans Seminar I, „Die technischen Schriften Freuds“ (Dieter Sträuli). Im Rahmen der Klinischen Matinee (Antje Brüning) werden Fallberichte vorgestellt und besprochen jeweils unter Supervision wechselnder Analytikerinnen und Analytiker.

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