Drei Spiegelstadien

Peter Widmer, Wettingen
Vortrag und Seminar

Es ist gut bekannt, dass Lacan, ausgehend von Ovids «Narcissus und Echo» und von Arbeiten Baldwins und Wallons, das Spiegelstadium ausgearbeitet hat, in welchem das Imaginäre vorrangig ist. Es geht dabei um die Überwindung der fragmentierten Wahrnehmung des eigenen Körpers, der zunächst im Spiegel als Ganzheit erscheint.  

Dieses für die Psychoanalyse und speziell für die Übertragung so wichtige Konzept lässt sich indessen nicht für alle möglichen Phänomen im Bereich des Zwischenmenschlichen verwenden. In diesem Vortrag werde ich darzustellen versuchen, dass es ein Spiegelstadium gibt, das vom Symbolischen, und eines, das vom Realen getragen wird. 

Um es wenigstens anzudeuten, worum es geht: Das symbolische Spiegelstadium entsteht dann, wenn das Subjekt als ein Ich-sagendes erfährt, dass es auf ein Anderes Ich trifft, das ebenfalls sein Ich geltend macht. Dabei ist das imaginäre Körperbild bereits konstituiert; das Medium des symbolischen Spiegelstadiums ist nicht der Blick, sondern die Stimme. 

Das Spiegelstadium im Realen lässt sich ausgehend von Phänomenen von Doppelgängern erhellen, wofür es interessante Beispiele in der Literatur gibt (Dostojewski).


Zeit:
Fr. 2. Dezember 2022, 20.15 – 21.45 Uhr
Sa. 3. Dezember 2022, 13.00 – 17.00 Uhr 

Ort:
Die Veranstaltung wird sowohl per «Zoom» als auch im Lacan Seminar Zürich stattfinden. 

Kosten:
Vortrag:  Fr. 30.- Nichtmitglieder; Fr. 20.- Mitglieder; Fr. 15.- Studierende
Seminar: Fr. 60.- Nichtmitglieder; Fr. 45.- Mitglieder; Fr. 30.- Studierende
Beide:       Fr. 80.– Nichtmitglieder, Fr. 60.– Mitglieder; Fr. 40.– Studierende

Anmeldung:
info@lacanseminar.ch
Wir bitten, sich spätestens eine Woche vor Veranstaltungsbeginn verbindlich anzumelden.