Sprechen und Verstummen

Kurt Drawert, Darmstadt (D), Peter Widmer, Ennetbaden

„…und dieses Verstummen ist die Leere gewesen, die das Sprechen angerichtet hatte, es ist die andere Seite des Sprechens gewesen, ohne dessen Gegenteil zu sein, und das Sprechen ist die lautgewordene Stummheit gewesen, es hat ringsum nur Stummheit gegeben und Leere.“

In diesem Satz aus Kurt Drawerts Roman Spiegelland. Ein deutscher Monolog entfaltet sich seine komplexe, die polysemen Diskurse des Sprechens zum Thema erhebende Poetik: Die Sprache nicht nur als Objekt des Aussagens zu verstehen, sondern in ihr schon etwas Ausgesagtes vorzufinden, das eng mit dem Unbewussten verknüpft ist und die Rede oft gegen ihre Absicht unterläuft. So beobachtet das erzählende Subjekt im Roman immer mehr die Sprache selbst, ihre Wege und Irrwege, Verzweigungen und Schattentexte, um auf ihren politischen Grund zu kommen, ihren Machtanspruch und aggressiven Willen zur Unterwerfung.

Text und Kontext, Sagendes und Gesagtes, Semantik und Syntax – in diesem Spannungsfeld erscheint alle Literatur von Kurt Drawert, reflektierend im Essay, und hier besonders in seiner Monographie Schreiben. Vom Leben der Texte, Beck-Verlag, München 2012, erzählend in den Romanen Spiegelland und Ich hielt den Schatten für einen anderen und grüßte, Beck-Verlag, München 2008, sowie in den Gedichten, zuletzt in dem Langgedicht: Der Körper meiner Zeit, Beck-Verlag, München 2016.

Kurt Drawert wurde 1956 in Brandenburg/ Ostdeutschland  geboren und lebt heute als Autor von Prosa, Lyrik, Dramatik und Essays in Darmstadt. Mehr unter: www.kurtdrawert.de


Zeit:
Fr. 19. Januar 2018; 20:30-22:00 Uhr

Ort:
Lacan Seminar, Preyergasse 8, 8001 Zürich

Kosten:
CHF 40 Nichtmitglieder; CHF 30 Mitglieder; CHF 20 Studierende

Anmeldung: Bis Ende des Jahres an Peter Widmer widmer.peter@gmail.com

 

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