Spukhäuser im Horrorfilm: Eine Einführung in Lacans drei Register

Reihe «Imaginäres, Symbolisches, Reales – Lacans drei Register»
Dieter Sträuli, Zürich
Vortrag

Eine Familie bezieht ein neues Haus. Alle sind glücklich: Die Mutter dekoriert das Heim, der Vater fängt an zu schreiben, die Kinder spielen im Garten. So beginnen viele Horrorfilme. Man könnte die Familie vor ihrem Haus fotografieren und das Foto auf den Kaminsims stellen. Dieses Foto wäre das Imaginäre. Das Symbolische meldet sich als Nächstes. Denn was die Familie verkennt, ist, dass „ihr“ Haus eine Vorgeschichte hat. Diese Geschichte der früheren Hausbewohner sucht die Familie heim und spukt. In die Vorgeschichte früherer Bewohner mischt sich das Verdrängte der aktuellen Familie. Die Fassade zeigt Risse: Der Vater hat Schreibstau; die Mutter fühlt sich unausgefüllt; die Kinder wirken überfordert. Das Spukhaus kann gelesen werden als unbewusste Subjektstruktur. Es ist das Haus, das die hysterischen Symptome der Familie sichtbar macht. 

Gefährlich wird es dann, wenn das Haus psychotisch wird, denn dann hat das imaginäre Foto versagt und das Reale vermischt sich direkt mit dem Symbolischen.


Zeit:
Fr. 14. Mai 2021, 20.15 – 21.45 Uhr

Ort:
Die Veranstaltung wird als Videokonferenz durchgeführt.

Kosten:
Vortrag:  Fr. 40.- Nichtmitglieder; Fr. 30.- Mitglieder; Fr. 20.- Studierende
Seminar: Fr. 80.- Nichtmitglieder; Fr. 60.- Mitglieder; Fr. 40.- Studierende
Beide       Fr. 100.– Nichtmitglieder, Fr. 80.– Mitglieder; Fr. 50.– Studierende

Anmeldung:
info@lacanseminar.ch
Wir bitten, sich spätestens eine Woche vor Veranstaltungsbeginn verbindlich anzumelden.