Semesterschwerpunkt WS 2018/19: Der Kosmos der Perversion

Ist das Perverse in der Abweichung von einer vermeintlich normalen Sexualität zu suchen? Ist die Neurose, wie Freud schreibt, wirklich das Negativ der Perversion? Setzt der Perverse das in die Tat um, wovon der Neurotiker nur träumt? Während Zwangsneurotiker ein begehrtes Objekt umkreisen, Hysteriker sich weigern, hinsichtlich ihres Objektstatus bestimmt zu werden, fetischisieren Perverse ein Objekt oder erniedrigen andere zum Objekt. Ist das Fetischobjekt Bedingung der Möglichkeit des Begehrens oder blockiert es das Begehren und verdeckt den Mangel wie die Kastration? 

Wir eröffnen das Semester mit einer Vorlesungsreihe und einem Blockseminar zur Lacanschen Theorie und Klinik der Perversion. Ab Dezember lesen wir das Werk Die drei Abhandlungen zur Sexualtheorie von Sigmund Freud. Die Seminare zu den Werken Encore, L´Étourdit und Die Ethik der Psychoanalyse werden fortgesetzt. Einen anderen Zugang zum Thema Perversion bietet das gemeinsame Visionieren des Films Blue Velvet von David Lynch. Im Februar 2019 schweifen wir ab und wenden und nochmals der Liebe und dem Hass zu. Zwischen den Semestern zieht es uns nach Neapel und Pompeji, um uns im Rahmen von Lacan Seminar on tour eine Woche lang dem Vortrag Über die Bedeutung des Phallus zu widmen. Kurt Drawert führt uns im Gespräch mit Peter Widmer in das Spannungsfeld von Text und Kontext, Sagendes und Gesagtes, Semantik und Syntax ein.

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