Gibt es einen Aggressionstrieb?

 

Peter Widmer, Ennetbaden

Vortrag

(PDF-Version)

Freud dachte von Anfang an die Triebe dualistisch – Hunger und Liebe, Selbsterhaltung und Arterhaltung, Todestrieb und Lebenstrieb. In diesem Sinne brachte er nichts Neues vor, als er einen Aggressionstrieb postulierte und diesen neben die Sexualtriebe stellte. Neu war dagegen, dass er damit den Rahmen der Ichwerdung überstieg, denn er begründete diesen Trieb mit politischen Ereignissen, d.h. mit dem 1. Weltkrieg. Dessen Gewalt und Zerstörung liessen sich nicht mit Sadismus erklären, bei dem libidinöse Anteile mitwirken; auf dem Schlachtfeld spiele dagegen die Libido keine Rolle. Wie aber diesen Aggressionstrieb, dem Zerstörerisches inhärent ist, begründen? Freud dachte an Darwin, an eine biologische Grundlage, aber kann das genügen, um einem Verständnis des Destruktiven im Menschen näherzukommen? Bei Lacan finden sich wenige Aussagen zur Aggression, sie ist weitgehend auf (spiegelbildliche) Aggressivität reduziert; das Tödliche bezieht sich auf die Transgression des Lustprinzips, das der Trieb anvisiert. Hat Lacan mit seiner Kritik an der Ich-Psychologie die dem Ich innewohnende aggressive, nicht-libidinöse Triebhaftigkeit übergangen und somit das Kind mit dem Bade ausgeschüttet?

Solchen Fragen geht das Wochenendseminar nach; sie werden im Vortrag am Freitagabend vertieft und am Samstag anhand von einschlägigen Zitaten diskutiert.

Zeit:
Vortrag: Fr. 28.6.2019, 20:30–21:45 Uhr

Ort:
Lacan Seminar, Preyergasse 8, 8001 Zürich

Kosten:
Vortrag: CHF 40 Nichtmitglieder, CHF 30 Mitglieder, CHF 20 Studierende Seminar: CHF 80 Nm, CHF 60 M, CHF 40 S beides: CHF 100 Nm, CHF 80 M, CHF 50 S

Anmeldung:
widmer.peter@gmail.com;
info@lacanseminar.ch

Werbeanzeigen