Die obszöne Unterseite der Phantasie – Zum Verhältnis von Politik und Transgression im Imaginären

(Reihe .Perversion II‘)

Dominik Finkelde, München

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Vortrag

Phantasien haben die Macht, innerhalb politischer Gemeinschaften bewusst und unbewusst gleichermaßen innere Gegensätze in Krisenzeiten zu unterdrücken. Genauer gesagt: Sie helfen, Aporien innerhalb der ideologischen Strukturen zu verwischen, indem ein „sensus communis“ (Kant) herbeigeführt wird, der das Gemeinwesen wie in einem Akt religiöser Bekehrung neu begründet. Der Einfluss von Phantasien auf den ‚Raum der Gründe‘ (Sellars, Brandom) wird im Vortrag als einer analysiert, der sich nicht am Spiel des Gebens und Nehmens nach Gründen beteiligt, sondern im Hintergrund der kommunalen Vernunft über einen emotionalen und geheim-obszönen Code wirkt. Phantasien stiften diesen Code, von dem alle wissen, der aber nicht begriffen werden darf.

Neben theoretischen Ausarbeitungen darüber, wie und warum Phantasien produziert werden, wird die Theorie durch eine Reihe von Beispielen aus der Realpolitik erläutert. Sie zeigen, wie sich Phantasien in einer langen Konfliktgeschichte im Nahen Osten und in der jüngeren Geschichte der Vereinigten Staaten als einflussreich erwiesen haben.

Zeit:
Vortrag
Fr. 26. April 2019, 20:15–21:45 Uhr

Ort:
Lacan Seminar
Preyergasse 8, 8001 Zürich

Kosten:
Vortrag: CHF 40 Nichtmitglieder, CHF 30 Mitglieder, CHF 20 Studierende
Seminar: CHF 80 Nm, CHF 60 M, CHF 40 S
beides: CHF 100 Nm, CHF 80 M, CHF 50 S

Anmeldung:
info@lacanseminar.ch

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