Warum uns das Unbewusste manchmal chinesisch vorkommt

Peter Widmer, Ennetbaden

In seiner 15. Vorlesung zur Einführung in die Psychoanalyse stellte Freud Analogien zwischen der chinesischen Sprache und dem Traum fest. 50 Jahre später wird Lacan im Seminar XVIII, D’un discours qui ne serait pas du semblant sagen, dass er nicht Lacanianer geworden wäre, wenn er nicht chinesisch studiert hätte. In der Tat legt er in diesem Seminar Zeugnis ab von seinen Kenntnissen dieser Sprache und belegt damit ebenfalls die Ähnlichkeit zwischen dem Unbewussten, insbesondere der Traumsprache, und der chinesischen Sprache, die ihrem Wesen nach eine Bildersprache ist. Noch etwas später behauptet Huo Datong, erster in Frankreich ausgebildeter lacanianischer Analytiker aus China, dass das Unbewusste wie die chinesische Schrift strukturiert sei. Präzisiert er damit Lacans These «Das Unbewusste ist wie eine Sprache strukturiert»?

Wir werden in diesem auf zwei Semester angelegten Seminar mit Auszügen der von Rolf Nemitz u.a. erstellten deutschen Übersetzung des Seminars XVIII arbeiten, sowie mit Arbeiten, die im RISS 67 (China und die Psychoanalyse) veröffentlicht worden sind, namentlich mit Huo Datongs: «Das Unbewusste ist strukturiert wie die chinesische Sprache». Wir werden auch einen Blick auf die japanische Sprache werfen, deren Schrift aus dem Chinesischen stammt.


Zeit:
Beginn: Mi. 25. Oktober 2017; 20:15–20:45 Uhr, vierzehntäglich
Weitere Daten: 8.11., 22.11., 6.12., 20.12.2017, 17.1., 31.1., 14.2.2018

Ort:
Lacan Seminar, Preyergasse 8, 8001 Zürich

Kosten:
CHF 120 Nichtmitglieder;
CHF 60 Mitglieder und Studierende

Anmeldung erforderlich: Peter Widmer widmer.peter@gmail.com

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